Weblog des ELBEPARK Dresdens

Erwin und der klitschnasse Lappen

Von Erwin am 15. Mai 2013 um 10:46, noch keine Kommentare

“Erwin! Sag mal, was kann dieses Schwein eigentlich?”

Ich muss mich wohl verhört haben. Welche Töne werden in diesen meinen vier Wänden denn neuerdings angeschlagen? Ich springe aus meinem Sessel und stürme in die Küche. Mit in die Hüften gestemmten Fäusten betrachtet meine Frau den Meerschweinkäfig. Was soll ein Meerschwein schon können, frage ich mich. Es ist niedlich, es kann Salat essen. Und es quiekt. Das sollte doch gerade einer Frau reichen, Säuglinge sind schließlich, bis sie zu Menschen werden, auch nichts anderes. “Der Jürgen hat wenigstens einen Hund”, kontert meine Frau. Ach, der Jürgen. Auf den pfeif ich doch! Wer keine Freunde hat, braucht eben einen Hund. Und in die Schuhe bekam der auch immer schon gern gesabbert und am Hintern …. Na ja. Wir sind erwachsen, ich zügle mich.
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Erwin zwischen Vater- und Muttertag

Von Erwin am 10. Mai 2013 um 20:44, noch keine Kommentare

Gestern war er, der Tag der Männer. Am Sonntag dicht gefolgt vom Tag der Mütter. So hat jede Partei ihren Feieranlass, eingebettet in die kosmische Gültigkeit unseres Kalenders, von allen akzeptiert und befolgt – bis auf meine Frau. Für sie gilt natürlich kein Männertag.

Ich hatte mir bereits im Kaufland drei Flaschen Bier, Treibstoff für den Flachmann, Speck und Brot geholt, meine Wanderschuhe geputzt und im Kopf nach alten Liedern gekramt, da stand sie vor mir. Im Regencape, die Hand entschlossen um den Griff eines prall gefüllten Picknicks-Korb gekrallt und verkündete selbstsicher, sie gehe jetzt mit Gundel und ein paar Freundinnen an die Elbe, um dort Männertag zu feiern. Mir blieb die Spucke weg! Seit Jahren fahre ich mit Gunther und den anderen zur Weinbergwanderung nach Radebeul, das ist Tradition, Recht, Gesetz, was auch immer.
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Erwin, der Zoologe

Von Erwin am 3. Mai 2013 um 16:03, noch keine Kommentare

Seit ich die kleine Detlef mein eigen nenne, hab ich einen ganz anderen Blick auf Tiere. Die sind schon ziemlich faszinierend unter ihrem schicken Fell. Wenn mich Detlef so ansieht, dann wird mir immer ganz warm ums Herz und es ist ein bisschen so, naja, als würden wir uns verstehen. Telepathisch. Zu so einem Status habe ich es mit meiner Frau noch nicht gebracht, obwohl die auch etliche Meerschweinchenmerkmale aufweist. Von der Blase über die Tonhöhe bis zur Haarfarbe. Aber das darf sie natürlich nicht hören, werden Meerschweine in Peru doch verspeist.

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Erwin, der Verdorbene

Von Erwin am 24. April 2013 um 10:57, noch keine Kommentare

Bis heute hat es gedauert, meinen schmerzenden Bauch auszukurieren. Natürlich konnte ich die Überreste meines Grill-Massakers nicht dem dunklen Schlund des Mülleimers überlassen. Da gab es nur eins: konsumieren. Ich aß Würstchen um Würstchen, auch am nächsten Tag noch. Am dritten griff mir meine Frau mit einer Würstchen-Variation unter die Arme. Würstchen-Auflauf. Als ich partout nicht mehr konnte, verpackten wir die restlichen Würste in Plasteboxen, sie ruhen jetzt im Froster. Es war schrecklich. Anfangs konnte ich mir das wüste Würstchenmampfen noch als speziellen Gag verkaufen, aber dann … Mittlerweile kann ich kein Fleisch mehr sehen. Der Wurstsalat musste einem Tomatenaufstrich weichen, desselben die Bärchenwurst. Noch nicht einmal meinen Finger kann ich mir in den Mund stecken, so wenig Fleisch ertrage ich. Diesen Artikel weiterlesen »

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Erwin als Grillmeister

Von Erwin am 18. April 2013 um 14:07, noch keine Kommentare

Oh Sommer, du lauwarme Jahreszeit. Zu diesem Zeitpunkt des Jahres scheint die Existenz von Schnee in etwa so realistisch wie die Jungfräulichkeit von Paris Hilton. Die Stadt dampft im eigenen Saft, das Hemd klebt beim Bahnfahren noch länger am Sitz als am Rücken, der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiscreme kann in Tonnen angegeben werden und ein Sport voll tollkühner Männlichkeit erwacht zu neuem Leben. Das Grillen. Das weibliche Geschlecht schwärmt in schwülen Sommernächten ja eher für „die Grillen“ mit ihrem sägenden Gesang (da kann man auch das Schleifen eines Fahrraddynamos romantisch finden), aber ich meine den Duft angekokelter Wurst, den Qualm von Holzkohle und das archaische Ritual der Essenszubereitung mit freiem Oberkörper. Ich habe also zum Grillfest geladen. Bestimmt dreißig Einladungen habe ich gemailt! Und dann habe ich eingekauft. Im Kaufland einen neuen Grill, der glänzt wie das Chrom eines nagelneuen Porsche, eine Universalzange gab es bei Rossmann, säckeweise Kohle und bei Korch eine gefühlte Tierherde im eigenen Darm verpackt. Gegen fünf grille ich los. Es brutzelt und quarzt mächtig … Nach zwei Stunden erbarmungslosen Röstens tippt mir meine Liebste auf die Schulter. Die kommt bestimmt wieder mit so einem Salat oder einer leichten Quiche oder so einem Kram. Diesen Artikel weiterlesen »

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Erwin, der Kochkönig

Von Erwin am 10. April 2013 um 09:39, noch keine Kommentare

Es war mal wieder soweit. Ein Besuch von Gundel drohte. Als meine Tochter noch jünger war, las sie Donald Duck Comics und es war kein Zufall, dass ich die böse Entenhexe Gundel dann real verkörpert in der Tratsch-Freundin meiner Frau wiederfand. Meine Taktik bestand darin, im Vorfeld durch häusliche Zuarbeit positiv aufzufallen, um mich dann zur Stunde des Schreckens reinen Gewissens in eine Bar mit Fußballübertragung zurück zu ziehen. Also sorgte ich für frisches Blühgemüse auf dem Tisch, schlachtete mein Sparschwein für eine nette Tischdecke, kippte den Müll aus, bügelte, rechte die Beete – kurzum: mit jedem Schweißtropfen rann mehr Männlichkeit aus mir heraus, was ein sehr deutliches Indiz für meine Verzweiflung war.

Gundel! Ihre noch angenehmste Eigenschaft ist, über Anwesende zu sprechen, als wären sie nicht da. Die Palette des Grauens steigert sich über schnattriges Mitteilungsbedürfnis bis zu tiradenartigen Lästerausbrüchen. Letztendlich endet alles, eine deftige Ration Eierlikör vorausgesetzt, in einem Meer aus falschem Selbstmitleid mit dem Ziel, die von allen Seiten einströmenden Beschwichtigungsversuche als Komplimente einzusammeln. Puh! Bah!
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Erwin stellt sich der Moderne

Von Erwin am 4. April 2013 um 18:12, mit 21 Kommentaren

Ich muss gestehen, dass ich gern mit Computern arbeite. Was da alles möglich ist! Man kann schnell per SMS, pardon, E-mail an Gewinnspielen teilnehmen, sich über das Wetter informieren oder Fußballergebnisse lesen. Was ich allerdings noch nicht ganz durchstiegen habe ist dieses Facebook. Zwar wurde mir neulich schon der unglaubliche Erfolg bei einer Hasensuche berichtet, aber ganz klar ist mir dieses Dingens immer noch nicht.

Als ich verzweifelt nach einem Namen für mein Meerschwein suchte, schlug meine Frau vor, doch einfach mit Klicks zu locken. Das ging auch ziemlich schnell: noch bevor Julia ihre äußerst kreativen Vorschläge abgegeben hatte, war schon Detlefs Finger über die Tasten gehuscht und mein treues Nagetier erhält wie versprochen den Namen Detlef. Die kleine Detlef – denn wie sich herausstellte, ist die Gute weiblich.

Jetzt war ich natürlich interessiert und klickte mich bis zum ELBEPARK. Siehe da! Alles, was ich so schreibe steht ja auf deren Facebooksite!
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Erwin und die Untreue

Von Erwin am 27. März 2013 um 12:06, mit 2 Kommentaren

Auf nichts in der Welt ist mehr Verlass. Da trötet man seine Verzweiflung in den Äther und nichts passiert, keine helfende Hand streckt sich aus der virtuellen Masse, um bei der Namensfindung für mein Schwein zu helfen. Nächtelang habe ich Namensbücher gewälzt, aber ach, kein passender dabei. Und da dachte ich, so eine offene Frage am Schluss, das wird die Leute doch motivieren? Tzzz. Wer hier das erste Mal „Gefällt mir“ drückt, wird Namensgeber. So!

Apropos Verlässlichkeit. Als ich durch den immer noch sibirischen Wind gestern aus dem ELBEPARK nach Hause gestapft war, stand meine Frau bereits telefonierend in der Wohnstube. Ihren Rücken mir zukehrend spulte sie mit ihrem Zeigefinger in den frisch gefärbten Haaren herum. Ursprünglich waren wir gemeinsam losgegangen, um den Wocheneinkauf zu machen. Aber plötzlich ließ sie mich an der Kasse stehen! Ich konnte ja nicht weg, musste meinen Schnörkel noch auf die Quittung kritzeln. Und als ich aus der Tür trete, sehe ich sie mit wehendem Mantel davon eilen. „Bis gleich, Erwin!“ Was das nun wieder bedeuten soll, habe ich mich gefragt. Die Lage war umso schwieriger einzuschätzen, weil ich ihr Gesicht nicht sehen konnte.
Und jetzt steht sie hier, meine Verwirrung ignorierend und säuselt in die Leitung.
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Erwins neuer Freund

Von Erwin am 21. März 2013 um 18:47, noch keine Kommentare

Als ich letzte Woche mit der traurigen Botschaft zu meiner Frau nach Hause eilte, teilte sie meine traurige Stimmung. Diese schlug allerdings plötzlich um, als ich ihr meinen neuen Freund samt Equipment vorstellte. Ich bin kein Mensch, der Verlusten allzu lang hinterher hinkt. Freilich lag die Sache hier schwieriger, hatte ich doch sowas wie Mitschuld an dem tragischen Abgang von Doris und Hazlehoff. Allerdings konnte ich mir das Ereignis ziemlich gut als Zeichen einreden.

Also zog ich auf dem Rückweg im ELBEPARK bei Zoo & Co. vorbei. Eine Lücke füllt man doch am besten mit einem passenden Puzzleteil. Mein Herz hatte ein Meerschwein erobert. Vielleicht ein etwas unterhaltsamerer Gast als meine zwei Fische, deren altes Zuhause ich an Aquarienfreunde weiterverscherbeln würde. Es war Liebe auf den ersten Quieck, außerdem war ich der festen Überzeugung, meinen neuen Seelenverwandten aus seiner Herde zu befreien und ihm ein exklusives Meerschwein-Hilton bei mir einzurichten.
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Erwin und zwei Todesfälle

Von Erwin am 14. März 2013 um 13:00, noch keine Kommentare

Als ich wieder einmal am Tisch saß und meinen Goldfischen beim Schwänzeln zu sah, befiel mich ein tiefes Gefühl des Mitleids. Erst gestern hatte ich wieder einen erhebenden Spaziergang an der Elbe entlang gemacht, war durch den ELBEPARK geschlendert und hatte staunend vorm Runners Point meine zweibeinige Freiheit genossen – und meine Fische? Die kreiseln im fortgeschrittenen Hospitalismus umeinander, ohne Ausgang. Also fasse ich einen Entschluss. Ich könnte doch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen! Die Fische brauchen eine Gassi-Runde und mein Vater einen Besuch. Die Palme habe ich auch lang nicht mehr begutachtet. Leichter gesagt als getan. Wie bitte führt man Fische spazieren? Aus dem Schrank unter der Spüle wühle ich zwei Gefrierbeutel hervor. Mit dem kleinen Netz fische ich vorsichtig Syphilis und Pissoir aus ihrem Becken und lasse sie in je einen Beutel mit Wasser rutschen, Knoten rein, fertig.
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